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Donnerstag, 16. August 2018

Irland

Wirtschaftliche Lage

Irlands für ausländische Investoren offene und exportorientierte Volkswirtschaft hat von der Globalisierung außerordentlich profitiert. Auf einen langen Aufschwung seit den 90er Jahren mit hohen Wachstumsraten, steil wachsendem Pro-Kopf-Einkommen und starkem Rückgang der Arbeitslosigkeit folgte ab 2008 ein tiefer Einbruch, der mehrere Jahre andauerte. Auslöser war die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sowie in Irland ein überdimensionierter Banken- und Bausektor im Zusammenwirken mit Immobilien- und Kreditblasen. Inzwischen ist dieser Einbruch überwunden und Irland verzeichnet wieder gute Wachstumszahlen (+8,5% für 2014, +26,3% für 2015 und für 2016 +4,9% prognostiziert – Quelle: Eurostat), die jedoch wegen der beschränkten Größe der irischen Wirtschaft und dem Einfluss zahlreicher Sonderfaktoren nur eingeschränkt mit denen anderer Länder vergleichbar sind. Allerdings wirft die BREXIT-Entscheidung der britischen Wähler am 23.06.2016 einen Schatten auf diesen Wirtschaftsaufschwung: Irland ist mit Großbritannien wirtschaftlich enger verflochten als jeder andere EU-Staat.

Im Zuge der Immobilien- und Bankenkrise ab September 2008 musste die Regierung über 60 Mrd. EUR für die Rettung und Abwicklung von Banken aufbringen, wobei offen ist, wieviel dieser Summe letztendlich abgeschrieben werden muss. Eine „National Assets Management Agency“ (NAMA) hat den Großteil notleidender Kredite von den Banken übernommen. Irland musste wegen der Bankenrettung, zusammenbrechender Staatseinnahmen und wachsenden Sozialausgaben zwischenzeitlich unter den „Rettungsschirm“ eines EU/IWF-Programms schlüpfen, konnte dieses Programm jedoch bereits Ende 2013 wieder verlassen.

Der in den Boomzeiten kräftige Zustrom ausländischer Arbeitskräfte, insbesondere aus Polen und den baltischen Staaten, versiegte; in der Krise kam es verstärkt zu Rückwanderungen und zur Emigration irischer Fachkräfte. Die Arbeitslosenrate stieg bis auf 14,7% (2012), die inzwischen jedoch wieder auf 7,9% (September 2016, Quelle: Central Statistics Office) reduziert werden konnte.

 

Quelle: Auswärtiges Amt

Quelle: Creditreform

Wirtschaftlicher Background mit Prognose (jährliche Veränderung in %)

Jahr Wirtschaftswachstum Arbeitslosenquote
2015 7,8 9,4
2016 5,1 7,9
2017 4,8* 6,1*
2018 3,9* 5,5*
2019 3,1*  

*) Schätzung bzw. Prognose
Quelle: AHK Deutsche Auslandshandelskammern