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Freitag, 17. August 2018

Norwegen

Wirtschaftliche Lage

Seit der Erschließung seiner Öl- und Gasreserven Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hat Norwegen eine enorme wirtschaftliche Entwicklung vollzogen. Aus einem der ärmeren europäischen Länder, geprägt vor allem durch Schifffahrt, Fischfang, Land- und Forstwirtschaft, wurde einer der größten Öl- und Gasexporteure der Welt mit hohem Bedarf an Arbeitskräften, einem der höchsten Pro-Kopf-Einkommen und einer der teuersten Hauptstädte der Welt. Dem Land ist es gelungen, mit der Öl- und Gasindustrie als Rückgrat eine stabile und dynamische Wirtschaft zu formen, die jährlich hohe Leistungsbilanz- und Haushaltsüberschüsse aufweist. Damit einher ging eine rasante Entwicklung des öffentlichen und privaten Dienstleistungssektors. Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum wegen des Mitte 2014 gesunkenen Ölpreises abgeschwächt hat, bleibt Grundlage des norwegischen Wohlstands der einzigartige Mix von Rohstoffen und deren effiziente Gewinnung und Nutzung (Öl, Gas, Strom aus Wasserkraft, Fisch und Holz).

Aufgrund ihres absoluten Volumens und der starken Abhängigkeit der Einkünfte der Öl- und Gaswirtschaft von den schwankenden Energiepreisen werden die Wirtschaftskennziffern Norwegens üblicherweise zweifach angegeben: zum einen bezogen auf die Gesamtwirtschaft des Landes (einschl. des Öl- und Gassektors) und zum anderen nur bezogen auf die Festlandswirtschaft (ohne die Offshore-Industrie). 2016 stieg das Bruttoinlandsprodukt um jeweils 1% bzw. 0.8 %. Für 2017 wird bei der Gesamtwirtschaft ein Wachstum von 1,5% und bei der Festlandswirtschaft von 1,8% erwartet.

Die im 1996 gegründeten staatlichen Pensionsfonds Ausland („Government Pension Fund Global“) angelegten Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft haben einen Marktwert von etwa 7.750 Mrd. NOK (ca. 850 Mrd. Euro). Nach der sogenannten Handlungsregel dürfen jährlich maximal 4% des Kapitalstocks aus dem Fonds zur Finanzierung des Staatshaushalts entnommen werden. Diese Obergrenze soll zukünftig auf 3% abgesenkt werden. Im Haushaltsjahr 2016 wurden dem Ölfonds insgesamt 220 Mrd. NOK (etwa 26 Mrd. Euro) entnommen. Das sind etwa 3% des Kapitalstocks. In der norwegischen Politik und Öffentlichkeit besteht Konsens darüber, dass die norwegischen Öl- und Gasreserven unter Beachtung von strengen Umwelt- und Sicherheitsstandards ausgebeutet und dem Nutzen der Allgemeinheit zugeführt werden sollen. Im Haushalt 2017 rechnet die Regierung mit Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor in Höhe von 164 Mrd. NOK (ca. 18 Mrd. Euro), das sind 14% der gesamten erwarteten Staatseinnahmen.

Quelle: Auswärtiges Amt

Quelle: Creditreform

Wirtschaftlicher Background mit Prognose (jährliche Veränderung in %)

Jahr Wirtschaftswachstum Arbeitslosenquote
2015 1,6 4,2
2016 1,1 4,6
2017 1,5* 4,0*
2018 1,6* 3,3*
2019 1,8*  

*) Schätzung bzw. Prognose
Quelle: AHK Deutsche Auslandhandelskammern