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Donnerstag, 16. August 2018

Portugal

Wirtschaftliche Lage

Der Wirtschaftsstandort Portugal ist in den letzten zehn Jahren durch die fortschreitende Globalisierung und zunehmende internationale Konkurrenz unter Druck geraten. Portugal erzielte nach dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft (EG) von 1986, unterstützt durch massive Mittelzuflüsse der damaligen EG, zunächst überdurchschnittliche Wachstumszahlen. Um die Jahrtausendwende lag die Arbeitslosigkeit bei unter 4%. Die Infrastruktur hatte sich wesentlich verbessert und die Wertschöpfung in den Großräumen Lissabon sowie Porto hatte den Durchschnitt der Europäischen Gemeinschaft erreicht.

Mit dem ausbleibenden Wachstum nahm die Verschuldung von Staat, Unternehmen und privaten Haushalten stetig zu. Aufgrund fehlenden Kapitals und eines begrenzten nationalen Finanzmarktes musste Portugal sich zunehmend im Ausland verschulden. Dieses Finanzierungsmodell geriet 2011 an seine Grenzen mit immer höheren Zinsen für Staatsanleihen. Portugal erhielt daher im Mai 2011 Finanzhilfen von der EU (Europäische Union) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden Portugal Kredite in Höhe von insgesamt 78 Mrd. Euro zugesagt. Der Kredit wurde in Tranchen ausgezahlt, auf der Basis von vierteljährlichen Fortschrittsberichten und nach Zustimmung in den entsprechenden Gremien der Troika (Europäische Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfond). Insgesamt wurden 76,5 Mrd. Euro ausbezahlt. Im Gegenzug musste Portugal die Neuverschuldung des Haushalts begrenzen und stimmte Reformen zur Verbesserung seiner Wettbewerbsfähigkeit (Strukturreformen) sowie zur Stärkung eines nachhaltigen Wachstums zu. Wichtige Strukturmaßnahmen hat Portugal im Rahmen dieses Unterstützungsprogramms umgesetzt: Liberalisierungen im Arbeitsrecht, Reform des Justizsystems, Privatisierung staatlicher Unternehmen, Stärkung der Finanzverwaltung, Steuerreform, Personalabbau im Öffentlichen Dienst. Das sogenannte Troika-Programm wurde Mitte 2014 erfolgreich beendet.
Unterdessen finanziert sich Portugal wieder vollständig am Kapitalmarkt. Das Wachstum stellte sich im Jahre 2013 wieder ein und hat sich im Jahr 2014, 2015 und 2016 verstetigt. Im Jahr 2016 konnte Portugals Wirtschaft Fortschritte verzeichnen (BIP-Wachstum von 1,4%) und unter anderem eine beachtliche Absenkung seines Haushaltsdefizits auf 2,1% erreichen. Auch die Arbeitslosenquote geht weiter zurück und liegt derzeit bei 10,5% (2013 über 18%), die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 27,7% (2013 über 42%). Auch für 2017 rechnet man mit einem Haushaltsdefizit von unter 3% und einem BIP-Wachstum von um die 1,5%.

Quelle: Auswärtiges Amt

Quelle: Creditreform

Wirtschaftlicher Background mit Prognose (jährliche Veränderung in %)

Jahr Wirtschaftswachstum Arbeitslosenquote
2015 1,5 12,6
2016 1,5 11,2
2017 2,6* 9,2*
2018 2,1* 8,3*
2019 1,8*  

*) Schätzung bzw. Prognose
Quelle: AHK Deutsche Auslandshandelskammern