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Donnerstag, 16. August 2018

Schweden

Wirtschaftliche Lage

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie z.B. ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ericsson, H&M, IKEA, SKF oder Volvo.

Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma- und Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind an erster Stelle Deutschland, daneben vor allem die nordischen Länder und die USA. Insgesamt gibt es ca. 900 deutsche Unternehmen in Schweden; mehr als 1200 schwedische Firmen haben sich in Deutschland niedergelassen.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (Frauen), das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen sind eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit, weiterhin ein vergleichsweise hohes Preisniveau, das u.a. durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol) bedingt wird. Auch die hohe Verschuldungsquote der privaten Haushalte bereitet Sorgen.

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. 2016 konnte die rot-grüne Regierung erstmals seit 2012 wieder einen Haushaltsüberschuss (0,9 % des BIP; 2015: - 0,1%) verbuchen. Die Staatsverschuldung lag 2016 in Schweden, das bisher noch nie gegen die EU- Verschuldenskriterien verstoßen hat, bei 41,6 % des BIP (2015: 43,9 %, Prognose 2017: 40,4 %).

Schweden hat als stark exportorientiertes Land in den zurückliegenden Jahren die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa vergleichsweise gut gemeistert. 2016 wuchs das BIP um 3,3 % (2015: 3,6 %). Motor für das unerwartet kräftige Wachstum sind in erster Linie der nach wie vor robuste Binnenkonsum, eine zunehmende öffentliche Investitionstätigkeit sowie steigende Exporte. Für 2017 erwartet die rot-grüne Regierung ein Wachstum von  2,7 %. Da das erstrebte Inflationsziel von 2 % noch nicht erreicht ist, belässt die schwedische Reichsbank den Leitzins weiterhin auf dem historisch niedrigen Satz von – 0,5 %.

Obwohl Schweden zu den wenigen Ländern gehört, die die Kriterien der Eurozone erfüllen, gibt es für die Einführung des Euros keine Mehrheit in der Bevölkerung.

Quelle: Auswärtiges Amt

Quelle: Creditreform

Wirtschaftlicher Background mit Prognose (jährliche Veränderung in %)

Jahr Wirtschaftswachstum Arbeitslosenquote
2015 4,1 7,4
2016 3,3 6,9
2017 3,2* 6,6*
2018 2,7* 6,4*
2019 2,2*  

*) Schätzung bzw. Prognose
Quelle: AHK Deutsche Auslandshandelskammern